"Die beste Lösung? Ist gar keine." — Warum Demokratie Konflikte austragen, aber nicht lösen kann
Ein Essay von Carsten Lotz in der WirtschaftsWoche provoziert, indem es behauptet, dass Politikerinnen und Politiker keine Probleme lösen, weil politische Fragen gar keine Probleme sind. Was steckt dahinter? Und was erklärt uns die Soziologie über die wachsende Zersplitterung der deutschen Gesellschaft?
Basiert auf: Lotz, C. (2026, 17. September). Die beste Lösung? Ist gar keine. WirtschaftsWoche, Nr. 39, S. 44–45.
„Politik muss die Probleme der Menschen lösen." Dieser Satz ist aus keinem Kommentar zur Regierungskrise wegzudenken. Er stammt von Journalisten, Gewerkschaften, Arbeitgebern, Sozialverbänden — und nicht zuletzt von Politikerinnen und Politikern selbst. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz trat mit dem Versprechen an, die Probleme Deutschlands zu lösen, „aus der demokratischen Mitte des Landes heraus" (Lotz, 2026, S. 44).
Doch Carsten Lotz, Philosoph und ehemaliger McKinsey-Partner, stellt in seinem Essay vom 17. September 2026 eine radikale Frage: Was, wenn diese Erwartungshaltung selbst das Problem ist? Was, wenn politische Fragen gar keine Probleme im technischen Sinne sind — sondern Konflikte? Und was bedeutet das für unser Verständnis von Demokratie, von Gesellschaft, von Regierungskrisen?
Dieser Artikel arbeitet Lotz' Kernargumente aus, ergänzt sie um die soziologische Theorie der Sinus-Milieus, beleuchtet historische Brüche, zieht internationale Vergleiche, analysiert den Generationenkonflikt und die Rolle sozialer Medien — und fragt abschließend, was Demokratie wirklich leisten kann.
Was ist eigentlich ein »Problem«?
Das Wort Problem stammt aus dem Griechischen: pro-ballein bedeutet „vor jemanden hinwerfen" — ein Hindernis, das auf dem Weg liegt. Man räumt es weg und kommt voran. Karl Popper betitelte 1991 einen Vortrag über den technischen Fortschritt mit „Alles Leben ist Problemlösen" (zit. n. Lotz, 2026, S. 44): Probleme mit Lieferterminen in der Logistik, Probleme mit den Bremsen am Auto, Probleme mit der Verdauung. Ein technisches Problem vereint alle Beteiligten um ein gemeinsames Hindernis — die Lösung nützt allen.
"Während ein Problem ein gemeinsames Hindernis darstellt und im besten Fall eine Gruppe von Personen vereint, wird man im Konflikt einander zum Hindernis."
Carsten Lotz (2026, S. 44)
Ein Konflikt hingegen funktioniert grundlegend anders. Das lateinische con-fligere bedeutet „zusammenprallen": Im Konflikt werden die Menschen selbst zum Hindernis füreinander. Das Problem schafft Gemeinschaft — der Konflikt spaltet sie (Lotz, 2026, S. 44).
Lotz' Kernthese lautet deshalb: Wer gesellschaftliche Konflikte als Probleme adressiert, unterstellt ein gemeinsames Interesse der Beteiligten, das es nicht gibt. Und darum muss jeder scheitern, der politische „Probleme lösen" will.
SCHLÜSSELBEGRIFFE
Problem: Ein Hindernis, das alle Beteiligten gleich trifft und um das sie sich vereinen können. Lösbar durch Expertise und Technik. Beispiel: ein Stau auf der Autobahn.
Konflikt: Eine Situation, in der die Interessen verschiedener Gruppen unvereinbar sind. Die einen gewinnen, die anderen verlieren. Beispiel: Schuldenbremse vs. Investitionen.
Deliberative Demokratie: Ein Demokratieverständnis (nach Jürgen Habermas), das auf öffentlicher Beratung und Verständigung basiert — Ziel ist ein vernunftgeleiteter Konsens.
Agonistische Demokratie: Ein Konzept der Politiktheoretikerin Chantal Mouffe: Konflikt ist kein Fehler der Demokratie, sondern ihr Wesen. Es geht darum, Feinde in legitime Gegner zu verwandeln.
Cleavage: Politische Konfliktlinie (nach Lipset & Rokkan, 1967), die Gesellschaften in gegnerische Lager teilt — z. B. Arbeit vs. Kapital, Stadt vs. Land, Kirche vs. Staat.
Die Konfliktlinien der deutschen Gesellschaft
Lotz illustriert seine These an den vier wichtigsten Themen, die der ARD-Deutschland-Trend im Juni 2026 als größte Probleme der Deutschen ermittelte (ARD/infratest dimap, 2026):
27 % Wirtschaft / Konjunktur
21 % Zuwanderung / Migration
18 % Soziale Ungerechtigkeit
12 % Rente / Altersvorsorge
Migration: Kulturelle Identität oder Fachkräftemangel?
Die Migration von Menschen nach Deutschland ist kein Logistikproblem. Ein Teil der Bevölkerung sorgt sich um eine vermeintlich gefährdete kulturelle Identität — ein anderer Teil ist händeringend auf der Suche nach Arbeitskräften und „dankbar für jeden, der kommt" (Lotz, 2026, S. 44). Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 2015 und 2024 um vier Millionen Personen — rund ein Viertel davon Frauen, zwei Drittel Ausländer. In Ostdeutschland geht der gesamte Beschäftigungszuwachs auf Ausländer zurück (Lotz, 2026, S. 44). Dieselbe Tatsache — Zuwanderung — ist für die einen ein Problem, für die anderen die Lösung.
Schuldenbremse: Stabilitätsanker oder Wachstumsbremse?
Die Schuldenbremse sichert für die einen die finanzielle Handlungsfähigkeit des Staates in Krisenzeiten. Für die anderen verhindert sie dringend nötige Investitionen in Schienen, Straßen und digitale Infrastruktur. Beide Positionen sind rational — sie verfolgen schlicht unterschiedliche Interessen (Lotz, 2026, S. 44).
Rente mit 63: Für wen ist das eine Lösung?
Die Mütterrente ist für Konservative das Pflaster für eine Wunde, die durch die Abkehr vom klassischen Familienbild entstanden ist. Für Linke ist die Rente mit 63 „die wärmste Salbe für das durch die neue soziale Kälte verursachte Rheuma" (Lotz, 2026, S. 45). Beide loben dieselbe Maßnahme — aber aus entgegengesetzten Gründen. Es gibt keine neutrale Lösung, nur verschiedene Interessen, die bedient werden.
»Wir stehen nicht vor Problemen, sondern tragen Konflikte aus.«
Carsten Lotz (2026, S. 44)
Die Sinus-Milieus: Wer lebt eigentlich in Deutschland?
Um zu verstehen, warum politische Konflikte so schwer zu lösen sind, lohnt sich ein Blick auf die soziale Landschaft Deutschlands. Das SINUS-Institut aus Heidelberg entwickelte ab Anfang der 1980er Jahre ein Modell, das die deutsche Bevölkerung nicht nach Einkommen oder Berufsgruppen einteilt — sondern nach Werten, Lebensstilen und Grundorientierungen: die Sinus-Milieus (SINUS-Institut, 2021).
Das Modell unterscheidet zwei Achsen: die soziale Lage (von Unterschicht bis Oberschicht) und die Grundorientierung (von traditionell über individualistisch bis hin zu post-materiell und multioptional). Das Ergebnis: zehn gesellschaftliche Gruppen mit je eigener Weltanschauung und politischen Erwartungen (SINUS-Institut, 2021).
Überblick: Die 10 Sinus-Milieus in Deutschland

Milieu | Anteil | Kurzprofil & politische Tendenz |
Konservativ-Gehobenes Milieu | 11 % | Verantwortungsbewusster etablierter Kern, klassisch-bürgerliche Werte, Skepsis gegenüber Modernisierung. → Tendenz: CDU/CSU |
Postmaterielles Milieu | 12 % | Engagierte Bildungsbürger, Gerechtigkeits- und Nachhaltigkeitswerte, individualistisch-progressiv. → Tendenz: Grüne, SPD |
Milieu der Performer | 10 % | Effizienzorientiert, Eigenverantwortung, globale Vernetzung, Macher-Mentalität. → Tendenz: FDP, CDU |
Expeditives Milieu | 10 % | Kreative Avantgarde, Experimentierfreude, selbstverwirklichungsorientiert. → Tendenz: divers, grün-liberal |
Neo-Ökologisches Milieu | 8 % | Progressive Realisten, Transformationsbereitschaft, Pragmatismus statt Moralismus. → Tendenz: Grüne, SPD |
Adaptiv-Pragmatische Mitte | 12 % | Flexible Mitte, Lebenspragmatismus, Sicherheitsbedürfnis, wechselnd. → Tendenz: Mitte-Parteien |
Konsum-Hedonistisches Milieu | 8 % | Genuss- und erlebnisorientiert, minimaler Aufwand, Unzufriedenheit ohne Beteiligung. → Tendenz: gering, volatil |
Prekäres Milieu | 9 % | Abgehängte, Existenzsicherung im Vordergrund, Frustration über Ungleichheit. → Tendenz: AfD, Nichtwahl |
Nostalgisch-Bürgerliches Milieu | 11 % | Stabilitätsbedürftige Mitte, Abstiegsangst, Sehnsucht nach übersichtlichen Verhältnissen. → Tendenz: CDU/CSU, teils AfD |
Traditionelles Milieu | 9 % | Ältere Generation, kleinbürgerliche Werte, Sicherheit und Ordnung. → Tendenz: SPD (älter), CDU/CSU |
Quelle: SINUS-Institut (2021). Politische Zuordnungen sind Tendenzen, keine Festlegungen.
Was die Sinus-Milieus mit Lotz' Argument zu tun haben
Die Milieus zeigen: Deutschland ist keine homogene Gesellschaft, in der alle dieselben Interessen verfolgen. Wenn ein Postmaterielles Milieu (12 %) Klimaschutz als oberste Priorität definiert und ein Traditionelles Milieu (9 %) Sicherheit und bewährte Lebensmodelle als Kernwert hat, dann ist ein „Klimaschutzpaket" keine Lösung, die alle zufriedenstellt — es ist ein Eingriff in einen andauernden gesellschaftlichen Konflikt. Jedes politische Paket verteilt Lasten und Vorteile entlang dieser Milieugrenzen (SINUS-Institut, 2021; Lotz, 2026).
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf das Prekäre Milieu und das Nostalgisch-Bürgerliche Milieu: zusammen rund 20 % der Bevölkerung. Beide fühlen sich von der Politik nicht ausreichend vertreten, beide neigen zu Protestwahl oder Nicht-Wahl. Sie sind es, die am stärksten auf einfache Lösungsversprechen ansprechen — und denen das politische System bisher am wenigsten angeboten hat, was ihre konkreten Ängste und Interessen ernst nimmt (SINUS-Institut, 2021).
THEORIE: CLEAVAGE-THEORIE NACH LIPSET & ROKKAN (1967)
Die Politikwissenschaftler Seymour Martin Lipset und Stein Rokkan erklärten die Entstehung von Parteiensystemen durch historische Cleavages — tiefe gesellschaftliche Bruchlinien. In Europa entstanden diese vor allem durch zwei Revolutionen: die nationale Revolution (Zentrum vs. Peripherie, Staat vs. Kirche) und die industrielle Revolution (Stadt vs. Land, Arbeit vs. Kapital). Lotz' Argument fügt hinzu: Neue Cleavages — wie Kosmopoliten vs. Kommunitaristen (Offenheit vs. Abschottung) oder Ökologie vs. Ökonomie — überlagern die alten Bruchlinien und machen politische Koalitionen zunehmend fragil.
Wie Deutschland sich in Milieus zersplitterte: Eine historische Spurensuche
Die Fragmentierung der deutschen Gesellschaft, die die Sinus-Milieus beschreiben, ist kein natürlicher Zustand — sie ist das Ergebnis historischer Brüche, die das Land immer wieder neu sortiert haben.
1945–1949: Stunde Null und Teilung
Das Ende des Zweiten Weltkriegs hinterlässt eine moralisch und materiell zerstörte Gesellschaft. Die Teilung in BRD und DDR schafft zwei völlig verschiedene gesellschaftliche Entwicklungspfade: Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft, parlamentarische Demokratie vs. Einparteienstaat. Zwei Gesellschaften wachsen auseinander.
1950er–1960er: Wirtschaftswunder und Homogenisierung im Westen
Der Aufschwung der Bundesrepublik schafft eine breite Mittelstandsgesellschaft mit vergleichsweise homogenen Werten: Fleiß, Wohlstand, Familie, Sicherheit. Das ist das Fundament, auf dem das „Traditionelle Milieu" entsteht.
1968: Kulturelle Spaltung durch die Studentenbewegung
Die 68er-Bewegung bricht den kulturellen Konsens der Nachkriegszeit auf. Postmaterielle Werte (Selbstverwirklichung, Emanzipation, Umweltbewusstsein) entstehen als neue Grundorientierung. Das ist die Geburtsstunde des „Postmateriellen Milieus" (SINUS-Institut, 2021).
1990: Wiedervereinigung — zwei Gesellschaften, ein Staat
Die Wiedervereinigung fügt zwei gesellschaftlich verschiedene Bevölkerungen zusammen, die 40 Jahre getrennte Erfahrungen gemacht haben. Der wirtschaftliche und soziale Abstand zwischen Ost und West bleibt bis heute deutlich messbar. Das schafft eine strukturelle Konfliktlinie, die sich in den Wahlmustern niederschlägt.
2003–2005: Agenda 2010 und die Entstehung des Prekären Milieus
Die Hartz-IV-Reformen der Regierung Schröder modernisieren den Arbeitsmarkt — und schaffen gleichzeitig ein Gefühl der sozialen Prekarität. Ein Teil der Gesellschaft erlebt sich als Verlierer: abgehängt, nicht anerkannt, nicht gehört. Das Vertrauen in die SPD als klassische Arbeiterpartei bricht ein.
2015–2016: Flüchtlingskrise und die große Polarisierung
Die Ankunft von mehr als einer Million Geflüchteter polarisiert die Gesellschaft wie kein Ereignis seit der Wiedervereinigung. Der Aufstieg der AfD zur Parlamentspartei ist direkte Folge dieser Polarisierung. Der Milieu-Konflikt wird zur Wahlkampflinie.
2020–2022: Pandemie und Vertrauenserosion
COVID-19 vertieft die gesellschaftliche Spaltung. Teile der Bevölkerung — vor allem im Prekären und Nostalgisch-Bürgerlichen Milieu — verlieren das Vertrauen in staatliche Institutionen. Verschwörungsnarrative geben dieser Entfremdung eine Sprache.
2024–2026: Regierungsinstabilität und Vielparteienparlament
Das Zerbrechen der Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP) Ende 2024 und die schwierige Regierungsbildung 2025 zeigen: Die gesellschaftliche Fragmentierung hat das Parteiensystem erreicht. Sechs bis sieben Parteien im Bundestag, keine stabile Mehrheit ohne Kompromisse über tiefe Werteunterschiede hinweg.
Vergleichende Perspektive: Deutschland ist nicht allein
Die gesellschaftliche Fragmentierung, die Lotz für Deutschland beschreibt, ist kein nationales Phänomen — sie zieht sich quer durch die westlichen Demokratien. Ein Blick auf Frankreich, die USA und Polen zeigt: Überall verlaufen die Konflikte entlang ähnlicher Milieu-Achsen.
Frankreich: Die Gelbwesten und das »periphere Frankreich«
Als 2018 in Frankreich die Bewegung der Gilets Jaunes (Gelbwesten) ausbrach, interpretierten viele Beobachter sie als Protest gegen eine Kraftstoffsteuer. Das war zu kurz gedacht. Der französische Geograf Christophe Guilluy hatte schon 2014 in seinem Buch La France périphérique beschrieben, was sich ankündigte: eine tiefe Spaltung zwischen dem metropolitanen Frankreich (Paris, Lyon, Bordeaux — die globalisierten Gewinnerzentren) und dem périphérique — dem ländlichen, kleinstädtischen Frankreich, das sich von der Modernisierung abgehängt fühlt (Guilluy, 2014).
Die Gelbwesten waren nicht arm. Sie waren Handwerker, Lastwagenfahrer, Krankenschwestern — Menschen, die arbeiteten, aber die steigenden Lebenshaltungskosten in der Peripherie nicht mehr bewältigen konnten, während Paris boomte. Das ist dieselbe Logik, die Lotz für Deutschland beschreibt: kein technisches Problem, sondern ein räumlich-sozialer Verteilungskonflikt.
USA: »Somewheres« gegen »Anywheres«
Der britische Journalist David Goodhart beschreibt in seinem Buch The Road to Somewhere (2017) eine ähnliche Spaltung für angelsächsische Gesellschaften: zwischen den Anywheres — gut ausgebildete, mobile Menschen, deren Identität nicht an einem Ort hängt, die von Globalisierung profitieren — und den Somewheres — Menschen, die verwurzelt sind, deren Identität an Ort, Gemeinschaft und Tradition hängt, und die sich von der Globalisierung bedroht fühlen (Goodhart, 2017).
Der Aufstieg Donald Trumps 2016 und 2024 folgt exakt dieser Logik. Die Trump-Koalition ist keine Koalition der Armen — es ist eine Koalition der Somewheres: ländliche, weniger akademisch gebildete Weiße, die das Gefühl haben, dass ihre Lebensweise, ihre Werte und ihr wirtschaftlicher Status von einer kosmopolitischen Elite nicht mehr respektiert werden. Die Democracts stehen für die Anywheres. Das ist kein Problem, das eine bessere Politik lösen könnte — es ist ein tiefer Identitäts- und Verteilungskonflikt (Goodhart, 2017).
Polen: Der Werte-Cleavage
In Polen überlagert sich das Kosmopoliten/Kommunitaristen-Muster mit einem religiös-kulturellen Werte-Cleavage. Die Partei PiS (Prawo i Sprawiedliwość / Recht und Gerechtigkeit) regierte 2015–2023 mit einer klaren Milieu-Strategie: Sie sprach traditionell-religiöse, ländliche Polen an, stärkte das Nostalgisch-Bürgerliche und Traditionelle Milieu und stellte die liberale, städtische, pro-europäische Opposition als „elitär" dar. Auch hier: kein Problemlösungskonflikt, sondern ein Wertekonflikt zwischen zwei Polen der Gesellschaft (Eatwell & Goodwin, 2018).
Die gemeinsame Lehre aus allen drei Ländern: Politische Fragmentierung entlang von Milieu-Grenzen ist keine Anomalie — sie ist der Normalzustand von Gesellschaften, in denen die Globalisierung alte wirtschaftliche und kulturelle Sicherheiten aufgelöst hat. Lotz' Diagnose gilt für ganz Westeuropa und Nordamerika.
THEORIE: POPULISMUS-THEORIE NACH MUDDE & KALTWASSER (2017)
Der Politikwissenschaftler Cas Mudde und Cristóbal Rovira Kaltwasser definieren Populismus als eine „dünne Ideologie", die die Gesellschaft in zwei homogene Lager aufteilt: das reine Volk und die korrupte Elite. Populismus verleugnet die innere Vielfalt des Volkes — und damit die Existenz gesellschaftlicher Konflikte (Mudde & Kaltwasser, 2017). Im Licht von Lotz' Essay ist Populismus genau das: die Übertragung der Logik des Problems auf die Politik. Es gibt eine Lösung, es gibt ein Hindernis (die Elite), und sobald dieses Hindernis beseitigt ist, können alle zufrieden sein. Dass diese Erzählung systematisch scheitern muss, liegt daran, dass sie die Existenz legitimer, konkurrierender Interessen nicht anerkennt.
Generationenkonflikte: Boomer, Millennials und Gen Z
Lotz deutet es an — aber es lohnt sich, den Gedanken auszuführen: Ein großer Teil der aktuellen politischen Konflikte ist nicht nur ein Konflikt zwischen Milieus, sondern auch ein Konflikt zwischen Generationen. Und auch hier gilt: Es handelt sich nicht um ein Problem, das eine kluge Rentenreform oder ein Klimapaket lösen könnte. Es ist ein Verteilungskonflikt.
Der Renten-Generationenvertrag unter Druck
Das deutsche Rentensystem basiert auf dem Generationenvertrag: Die arbeitende Generation finanziert die Renten der heutigen Rentner, in der Erwartung, dass die nächste Generation ihr dasselbe tut. Dieses System funktioniert, solange die Bevölkerungspyramide stabil bleibt. Sie ist es nicht: 1960 kamen auf einen Rentner noch rund vier Beitragszahler; heute sind es kaum mehr als zwei — und die Tendenz sinkt weiter (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2024).
Die politische Konsequenz: Jede Maßnahme, die das Rentenniveau für die heutige Rentnergeneration sichert oder erhöht, erhöht die Beitragslast der jüngeren Generationen. Das ist kein technisches Rechen-Problem — es ist ein Verteilungskonflikt zwischen Menschen, die jetzt wählen (die älteren), und Menschen, die die langfristigen Konsequenzen tragen (die jüngeren).
Wohnen: Die unsichtbare Umverteilung
Wer in den 1970er und 1980er Jahren eine Wohnung oder ein Haus in einer deutschen Großstadt kaufte, hat heute ein Vermögen. In Berlin kostete ein Quadratmeter Eigentumswohnung 1990 rund 1.000 Euro; 2024 sind es je nach Lage zwischen 4.000 und 7.000 Euro. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in München, Frankfurt und Hamburg. Das ist eine massive intergenerationelle Vermögensumverteilung — von denjenigen, die noch keine Wohnung besitzen (typischerweise Jüngere), zu denjenigen, die bereits Eigentum haben (typischerweise Ältere).
Der Wohnungsmarkt ist kein Problem, das durch mehr Neubau oder Mietpreisbremsen vollständig gelöst werden kann. Er ist Ausdruck eines strukturellen Verteilungskonflikts zwischen Eigentümern und Mietern, zwischen Besitzenden und Nicht-Besitzenden — der sich zufälligerweise stark mit dem Generationencleavage deckt.
Klimawandel: Wer zahlt den Preis?
Die vielleicht schärfste intergenerationelle Konfliktlinie ist der Klimawandel. Die Kosten des Klimawandels — steigende Meeresspiegel, Hitzesommer, Extremwetterereignisse — treffen vor allem die Generationen, die heute Kind oder Teenager sind. Die Kosten der Klimaschutzmaßnahmen — höhere Energiepreise, Strukturwandel in der Industrie — treffen die heutige arbeitende Bevölkerung (IPCC, 2022).
Das ist der Kern des Generationenkonflikts beim Thema Klima: Jede Generation hat aus ihrer Perspektive rationale Interessen. Die jüngere Generation möchte, dass jetzt gehandelt wird, um ihre Zukunft zu sichern. Die ältere Generation — die die Wählerschaft dominiert — möchte den wirtschaftlichen Status quo so lange wie möglich erhalten. Lotz' Diagnose gilt auch hier: Das ist kein technisches Problem, das ein kluges Energiewende-Paket löst. Es ist ein Interessenkonflikt, der durch Wahlzyklen und Demografie strukturell zugunsten der Älteren verzerrt ist.
Soziale Medien als Konflikt-Verstärker
Wenn gesellschaftliche Konflikte der Normalzustand pluraler Demokratien sind — warum fühlen sie sich heute schärfer, unversöhnlicher und lähmender an als früher? Eine wesentliche Antwort liegt in der Architektur sozialer Medien.
Filterblasen und algorithmische Bestätigung
Der amerikanische Aktivist Eli Pariser beschrieb schon 2011 das Phänomen der Filter Bubble: Wenn Algorithmen auf der Grundlage unseres bisherigen Verhaltens bestimmen, welche Inhalte wir sehen, dann sehen wir zunehmend Inhalte, die unsere bestehenden Überzeugungen bestätigen — und immer weniger Inhalte, die sie herausfordern (Pariser, 2011). Das Ergebnis: Menschen in verschiedenen Milieus leben in zunehmend verschiedenen Informationswelten. Sie konsumieren nicht nur verschiedene Medien — sie erleben buchstäblich eine andere Version der Realität.
Der Empörungsalgorithmus
Der Algorithmus sozialer Medien optimiert auf Engagement — auf Klicks, Kommentare, Shares. Und die Forschung zeigt eindeutig: Emotionale, empörende Inhalte erzeugen mehr Engagement als sachliche, nuancierte Beiträge. In einer vielzitierten Studie konnten Kramer und Kolleginnen (2014) zeigen, dass Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer durch gezielte Manipulation des Newsfeeds emotional ansteckbar sind — und dass negative Inhalte sich schneller verbreiten als positive.
Das Resultat für den politischen Diskurs: Wer online über politische Konflikte kommuniziert, wird durch die Algorithmus-Logik belohnt, wenn er übertreibt, polarisiert und vereinfacht. Die Komplexität der Interessengegensätze, die Lotz beschreibt — dass es für die Schuldenbremse gute Argumente auf beiden Seiten gibt, dass Migration gleichzeitig Chance und Herausforderung ist — diese Komplexität funktioniert schlecht auf TikTok und X (vormals Twitter).
Milieus in verschiedenen Informationsräumen
Die SINUS-Forschung zeigt, dass verschiedene Milieus nicht nur verschiedene Werte haben — sie leben in verschiedenen Medienökosystemen. Das Konservativ-Gehobene Milieu liest FAZ und Spiegel, das Postmaterielle liest Zeit und taz, das Prekäre und Nostalgisch-Bürgerliche informiert sich zunehmend über YouTube, Telegram und TikTok-Kanäle — oft solche, die staatliche Institutionen und Mainstreammedien pauschal als unglaubwürdig darstellen (SINUS-Institut, 2021).
Die Folge: Wenn verschiedene Milieus nicht mehr dieselbe gemeinsame Informationsbasis teilen, wird politischer Kompromiss fast unmöglich. Nicht weil die Interessen unvereinbarer geworden sind — sondern weil man sich nicht einmal mehr auf gemeinsame Fakten einigen kann. Aus dem Konflikt zwischen Interessen wird ein Konflikt zwischen Weltbildern.
Die Rhetorik der Mitte und ihre Fallstricke
Lotz analysiert eine in der deutschen Politik besonders beliebte rhetorische Strategie: die Berufung auf „die große Mehrheit der Fleißigen", „die arbeitende Bevölkerung" oder „die Menschen in diesem Land" (Lotz, 2026, S. 45). Je nach politischer Ausrichtung werden dann „die Superreichen" oder „die Totalverweigerer" als Gegenpol konstruiert — jene Minderheiten, von denen die Probleme ausgelöst würden.
Diese Rhetorik erfüllt eine klare Funktion: Sie suggeriert, dass es einen gesellschaftlichen Konsens gebe, den nur eine parasitäre Minderheit verhindern würde. Wenn man diese Minderheit nur ausschalten oder zum Zahlen bringen würde, gäbe es kein Hindernis mehr auf dem Weg zur Problemlösung. Das ist ein klassisches Merkmal populistischer Kommunikation (Mudde & Kaltwasser, 2017).
Das konkrete Rechenexempel macht Lotz deutlich: Bei staatlichen Gesamtausgaben von 2,3 Billionen Euro wäre weder die vollständige Streichung des Bürgergeldes (ca. 50 Milliarden Euro) noch eine Vermögensteuer in der Größenordnung von 150 Milliarden Euro (Vorschlag der Linkspartei) in der Lage, die Staatsfinanzen grundlegend zu sanieren (Lotz, 2026, S. 45). Die Erzählung, eine Randgruppe sei das eigentliche Problem, löst sich bei diesen Zahlen in Luft auf.
»Solche Rhetorik schuf und festigte Ansprüche ‚der breiten Mitte': Man könne ruhig und zufrieden leben, wenn der Staat nur (endlich) die Probleme löse.«
Carsten Lotz (2026, S. 45)
Mythos »Ausbeutung der Mitte«
Eines der stärksten Narrative im deutschen Politikdiskurs ist die „Ausbeutung der Mitte": Fleißige Normalverdiener würden vom Staat über Gebühr belastet, während andere profitieren. Lotz prüft dieses Narrativ an Zahlen — und findet, dass es in dieser Form nicht haltbar ist (Lotz, 2026, S. 45).
Der oft zitierte „deutsche Facharbeiter, der den Spitzensteuersatz zahlt", hat ein versteuerndes Einkommen von knapp 70.000 Euro — was einem Bruttoeinkommen von rund 84.000 Euro entspricht. Damit gehört er zu den oberen 20 Prozent der Einkommensbezieher. Die Nettoquote für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener beträgt heute rund 65 Prozent; im Jahr 2000 waren es noch 61,6 Prozent. Es geht den meisten Menschen in der Mitte also gut — vor allem der Generation der Babyboomer (Lotz, 2026, S. 45).
Das eigentliche Verteilungsproblem liegt nicht in der „Ausbeutung der Mitte" — es liegt in der Tatsache, dass das Wirtschaftswachstum der vergangenen 20 Jahre überproportional bei den oberen 60 Prozent der Einkommen und Vermögen ankam. Die unteren 40 Prozent haben davon wenig gesehen (Lotz, 2026, S. 45). Dieser Befund verweist auf einen realen Verteilungskonflikt — aber einen ganz anderen als den, den das Narrativ der „ausgepressten Mitte" suggeriert.
Was Demokratie wirklich ist — und was sie nicht ist
Lotz schließt seinen Essay mit einer These, die zunächst ernüchternd klingt, bei näherer Betrachtung aber befreiend ist: „Politik ist in einer Demokratie weder Dienstleistung noch Unterhaltung — sie ist die Form, wie die Gesellschaft ihre Konflikte löst." (Lotz, 2026, S. 45)
Wenn Demokratie nicht dazu da ist, Probleme zu lösen, sondern Konflikte auszutragen, dann ist ihr Maßstab nicht Effizienz oder Zufriedenheit — sondern Fairness des Verfahrens. Die Frage ist nicht: „Hat die Regierung das richtige Ergebnis geliefert?" Sondern: „Hat das demokratische Verfahren allen legitimen Interessen eine Stimme gegeben?"
»Politik ist in einer Demokratie weder Dienstleistung noch Unterhaltung — sie ist die Form, wie die Gesellschaft ihre Konflikte löst.«
Carsten Lotz (2026, S. 45)
Das erinnert an die politische Theoretikerin Chantal Mouffe, die in ihrer Theorie der agonistischen Demokratie betont: Konflikte können in der Politik nicht beseitigt, sondern nur in legitime Formen überführt werden. Die Aufgabe der Demokratie ist es, aus Feinden Gegner zu machen — also aus Menschen, die sich gegenseitig vernichten wollen, Menschen, die miteinander um Einfluss ringen, während sie die gemeinsamen demokratischen Spielregeln respektieren (Mouffe, 2007).
THEORIE: HABERMAS UND DIE DELIBERATIVE DEMOKRATIE
Der Philosoph Jürgen Habermas entwickelte in seiner Theorie des kommunikativen Handelns ein Demokratieideal, das auf öffentlichem Diskurs basiert: Eine demokratische Entscheidung ist dann legitim, wenn sie das Ergebnis einer rationalen Beratung ist, an der alle Betroffenen gleichberechtigt teilnehmen konnten (Habermas, 1994). Im Unterschied zu Mouffe glaubt Habermas an die prinzipielle Möglichkeit eines vernunftgeleiteten Konsenses. Im Licht von Lotz' Essay lässt sich fragen: Ist das eine realistische Erwartung in einer Gesellschaft, die in zehn Milieus fragmentiert ist — oder bleibt auch Habermas' Ideal ein schöner Wunsch, der die Tiefe der Interessenkonflikte unterschätzt?
Was hilft, wenn »Lösung« nicht hilft? Demokratische Verfahren der Konfliktaustragung
Wenn Lotz recht hat — wenn Demokratie Konflikte austrägt, aber nicht löst —, dann stellt sich die praktische Frage: Welche Institutionen und Verfahren helfen dabei, Konflikte produktiv und fair auszutragen? Was kann Demokratie wirklich leisten?
Bürgerräte: Demokratie von unten
Ein vielversprechender Ansatz sind Bürgerräte (Citizens' Assemblies): Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger, die repräsentativ für die Gesellschaft zusammengestellt werden, befassen sich über mehrere Wochen mit einem komplexen politischen Thema. Sie werden von Expertinnen und Experten informiert, hören verschiedene Interessengruppen an und erarbeiten gemeinsam Empfehlungen.
Das bekannteste Beispiel ist Irland: 2016–2018 befasste sich ein Bürgerrat aus 99 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern mit der Frage, ob das in der irischen Verfassung verankerte Abtreibungsverbot gelockert werden solle — ein Thema, das die irische Gesellschaft jahrzehntelang gespalten hatte. Der Bürgerrat empfahl die Freigabe mit klarer Mehrheit; das folgende Referendum 2018 ergab 66 % Ja. Was Politikerinnen und Politikern jahrzehntelang nicht gelungen war — ein fair ausgetragenes gesellschaftliches Gespräch über einen tiefen Wertekonflikt —, gelang einem repräsentativen Bürgerrat in Monaten (Fishkin, 2018).
In Deutschland hat es 2019 einen Bürgerrat zur Demokratie und 2021 einen Bürgerrat Klima gegeben. Letzterer erarbeitete konkrete Empfehlungen zur Klimapolitik — mit einer Offenheit und einem Kompromisswillen, den das reguläre Parlament in dieser Form nicht hinbekam. Das Instrument ist jedoch noch nicht institutionell verankert; seine Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend (Dienel, 2002).
Die Planungszelle: Eine deutsche Erfindung
Eine ähnliche Methode ist die Planungszelle, die der deutsche Sozialwissenschaftler Peter Dienel in den 1970er Jahren entwickelte: Gruppen von 25 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern arbeiten über mehrere Tage an einer konkreten Planungsfrage zusammen — begleitet von Experten und Moderatoren. Am Ende steht ein Bürgergutachten. Das Verfahren wurde inzwischen international adaptiert (Dienel, 2002).
Föderalismus als Konfliktverteilung
Das föderale System Deutschlands ist ein weiterer Mechanismus der Konfliktaustragung: Indem verschiedene Politikfelder auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene aufgeteilt sind, können verschiedene Milieus-Mehrheiten in verschiedenen Regionen ihre Interessen durchsetzen. Bayern kann eine konservativere Schulpolitik machen als Bremen; Berlin kann eine liberalere Drogenpolitik ausprobieren als Baden-Württemberg. Föderalismus ist die institutionelle Antwort auf gesellschaftliche Vielfalt — nicht Lösung, sondern gerechte Aufteilung des Konflikts.
Die entscheidende Einsicht: Aus Feinden Gegner machen
Der gemeinsame Nenner aller dieser Ansätze ist das, was Chantal Mouffe als Kern demokratischer Praxis versteht: Die Aufgabe demokratischer Institutionen ist nicht, Konflikte zu eliminieren, sondern sie zu zivilisieren. Aus Menschen mit unvereinbaren Interessen werden nicht Gleichgesinnte — aber sie können Menschen werden, die die gemeinsamen Spielregeln respektieren und den Gegner als legitim anerkennen (Mouffe, 2007).
Lotz' Essay formuliert es anders, meint aber dasselbe: Wenn wir aufhören, von Politik Problemlösung zu erwarten, können wir anfangen, realistische und faire Verfahren der Konfliktaustragung zu gestalten — und können die Enttäuschung überbrücken, die entsteht, wenn Versprechen nicht eingelöst werden.
LITERATURVERZEICHNIS
ARD/infratest dimap. (2026, Juni). ARD-Deutschland-Trend: Die wichtigsten Probleme der Deutschen. ARD.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales. (2024). Rentenversicherungsbericht 2024. Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Dienel, P. C. (2002). Die Planungszelle: Der Bürger als Chance (5. Aufl.). Westdeutscher Verlag.
Eatwell, R., & Goodwin, M. (2018). National populism: The revolt against liberal democracy. Pelican Books.
Fishkin, J. S. (2018). Democracy when the people are thinking: Revitalizing our politics through public deliberation. Oxford University Press.
Goodhart, D. (2017). The road to somewhere: The populist revolt and the future of politics. Hurst & Company.
Guilluy, C. (2014). La France périphérique: Comment on a sacrifié les classes populaires. Flammarion.
Habermas, J. (1994). Faktizität und Geltung: Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats (4. Aufl.). Suhrkamp.
IPCC. (2022). Climate change 2022: Impacts, adaptation and vulnerability. Contribution of Working Group II to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press.
Kramer, A. D. I., Guillory, J. E., & Hancock, J. T. (2014). Experimental evidence of massive-scale emotional contagion through social networks. Proceedings of the National Academy of Sciences, 111(24), 8788–8790. https://doi.org/10.1073/pnas.1320040111
Lipset, S. M., & Rokkan, S. (1967). Cleavage structures, party systems, and voter alignments: An introduction. In S. M. Lipset & S. Rokkan (Hrsg.), Party systems and voter alignments: Cross-national perspectives (S. 1–64). Free Press.
Lotz, C. (2026, 17. September). Die beste Lösung? Ist gar keine. WirtschaftsWoche, Nr. 39, S. 44–45.
Mouffe, C. (2007). Über das Politische: Wider die kosmopolitische Illusion. Suhrkamp.
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